Neu das Staunen lernen – wider den Zynismus und die Härte

„Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich!“ (Psalm 40,6)

Wir haben das Wundern und Staunen verlernt. Stattdessen distanzieren wir uns eher von den Dingen, werden hart und zynisch, halten sie uns auf Distanz. Gerade wenn alles zu anstrengend geworden ist. Wann hast du das letzte Mal gestaunt? Dich gewundert, gestaunt? Über andere, dich selbst, die Umstände? Das verändert dein Leben – wie das schildert der Psalm 40…

clay-figure-285247_640.jpgWer sich beginnt zu wundern, der wird offen für das Geheimnis. Wer alles erklärt und in Schubladen steckt – der bleibt bei sich und dem Menschenmöglichen oder eben -unmöglichen. Ein einziges Staunen genügt. Ein „Wieso passiert das und ich habe gar nichts dazu getan“? Ein „Wow, ist das schön und unerklärlich!“. Wer so beginnt, sich zu wundern, wird automatisch nach oben schauen und eben nicht bei sich bleiben. Dem öffnen sich die Augen und sie beginnen wieder zu sehen, was hinter dem Sichtbaren ist: Gott, Schöpfer und Vater. Das will ich neu lernen.

Mindestens drei Dinge erschweren aber das Wunderentdecken: Hektik, Multitasking und Leben außerhalb der Gegenwart.

  • Hektik strebt nach vorne, ist funktional. Das erledigen und dieses und dann noch 12 Aufgaben auf der to-do-Liste. Im funktionalen Modus bleibt kaum Zeit, das Wunder am Wegesrand oder das Lächeln im Gesicht des Nächsten wahrzunehmen.
  • Multitasking bedeutet, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen – und damit nichts richtig. Zum Staunen müssen wir uns aber auf eine Sache einlassen. Der Blick auf Gottes Augen ist nicht zerstreut oder beiläufig – er ist exklusiv und intensiv. Bitte um den Mut, eine Sache nach der anderen zu machen und den Blick Gottes aus dir heraus so einzuüben.
  • Leben außerhalb der Gegenwart – das füllt den größten Teil der Zeit. Wir sind im Grübeln und Verarbeiten der Vergangenheit oder im Sorgen um die Zukunft. Staunen und Wundern lernt man aber nur gegenwärtig. Schau hin. Lass Sorgen und Gedanken los.

Sei präsent. Gott ist es auch. Und schau hin – und du lernst neu: Staunen.

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