Aufrechter Gang – ein Ziel vor Augen (Entwurf für eine MDR Radioandacht)

Darf ich Sie zu einem Experiment einladen? Ich sage Ihnen schon vorher: Es funktioniert und es fasziniert! Es geht wie folgt: Samstagmittag in der Stadt. In der Fußgängerzone. Proppenvoll! Dauernd wird man angerempelt und läuft Slalom, um irgendwie halbwegs heil von A nach B zu kommen. Das stresst mich!

kloster.jpgDoch es gibt eine Lösung und die findet sich im folgenden Experiment. Stellen Sie sich zuerst vor, dass Sie von einem unsichtbaren Faden am obersten Punkt Ihres Kopfes nach oben gezogen werden. Wenn Sie sich das plastisch vorstellen, richten Sie sich automatisch auf und strecken sich! Das war der erste Teil! Nun fixieren Sie einen Zielpunkt in ein paar hundert Meter Entfernung. Ein Geschäft. Eine Laterne. Egal. Augen auf diesen Punkt gerichtet, vom unsichtbaren Faden nach oben gezogen und langsam losgehen. Nicht auf die Leute achten! Einfach ruhig und stetig auf den Punkt schauen und aufrecht bleiben. Sie werden es erleben: Sie gehen durch die Menschen hindurch und werden ziemlich entspannt und ohne Rempelei das Ziel erreichen. Faszinierend, nicht wahr?

Aufs Leben übertragen funktioniert das übrigens auch gut. Es tut uns gut, wenn uns etwas aufrichtet und nach oben zieht. So kann man ohne falschen Stolz, aber mit Würde durch den Alltag gehen. In der Bibel ist der, der das tut, Gott selbst. Er freut sich über aufrechte Menschen. Und ein sinn-volles Ziel vor Augen zu haben, auf das man zuläuft, auch das tut unserem Leben und dann auch Sterben einfach gut. Ihr Christof Lenzen aus Gera.

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