Wie ein Fesselballon alles ändern könnte..

Ich sitze mit Eva und Ben beim Abendessen und über dem Ferberturm, den wir durch das Wohnzimmerfenster sehen können, tauchen drei knallbunte Fesselballons auf. Ben schaut fasziniert und sagt dann plötzlich: „Nee da oben wollte ich nicht sein – viel zu windig!“. Eva, die bereits Fesselballon gefahren ist (nicht geflogen), erklärt darauf lachend, genau das Gegenteil sei der Fall: Der Ballon fliegt ja exakt mit dem Wind – deswegen sei es da oben absolut still und eben auch wind-still…

Mich hat diese Geschichte nicht losgelassen und sie wird nächsten Sonntag gepredigt – hier schon mal ein Vorgeschmack. Denn ich glaube, diese Geschichte hat es enorm in sich! Seit ich Christ bin, suchen Christen und immer wieder auch ich nach mehr Erfahrung Gottes, mehr Gefühle, Erlebnisse, Wahrnehmungen Gottes. Sozusagen das Wehen des Geistes auf der Haut spüren. Aber mit den Sinneswahrnehmungen ist es so ein Ding: Wir spüren ja wir nur, was wir als Differenz-Reiz wahrnehmen. Die warme Herdplatte spüren wir sofort. Einen kalten Luftzug aus dem Kühlschrank bei heißen Außentemperaturen. Differenz-Reize spüren wir und ersehnen sie seit langer Zeit im Glauben.

Aber was wäre, wenn wir Gott suchen, wo wir ihn nicht finden? Weil er woanders gefunden werden möchte? Nämlich hier und jetzt und genau bei dir – mitten in deiner Situation. Was wäre, wenn du eigentlich wie ein Fesselballon bist, der längst von Gott bewegt wird – aber den Wind nicht mehr spürt. Aber er ist da. Nur eben kein Differenz-Reiz.

Was folgt daraus? Dass es darum geht, alles als Teil des Weges Gottes zu begreifen. Und ihn eben hier und jetzt und in dieser Situation wahrzunehmen. Er ist da. Er wirkt. Suche nicht woanders. Du wirst längst von ihm bewegt.

Kann es sein, dass dieses Bild unseren Blick auf Leben mit Gott verändern kann?

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