Psalmmeditation: Fruchttragender Baum oder Spreu im Wind?

Glücklich zu preisen ist, wer nicht dem Rat gottloser Menschen folgt, wer nicht denselben Weg geht wie jene, die Gott ablehnen, wer keinen Umgang mit den Spöttern pflegt. Glücklich zu preisen ist, wer Verlangen hat nach dem Gesetz des Herrn und darüber nachdenkt Tag und Nacht.
(Psalm 1,1.2; NGÜ)

Herzensaustausch

claas-2147239_640.jpgGottlose Menschen dürfen mir keinen Rat geben? Was ist mit meinem Arzt? Mit dem Psychotherapeuten, der mir vor einiger Zeit einen wertvollen Hinweis gegeben hat? Die sind denke ich keine Christen – und waren doch so wertvoll für mich! Muss ich nun Sorge haben vor den Einflüssen aller, die dich nicht kennen (wollen)? Doch der erste Vers ist auf besondere Weise geschrieben, fällt mir auf – wie so oft in den Psalmen. Ein sogenannter Parallelismus membrorum. Eine Dopplung, die mit unterschiedlichen Worten das Gleiche ausdrücken soll. Sprich: Du meinst mit gottlosen Menschen diejenigen, die dich verspotten! Eine Nummer härter als „nur“ nicht kennen oder vermeintlich nicht brauchen. Das habe ich verstanden.
Aber was ist mit dir Jesus? Du hast dich auf Menschen eingelassen, die anderen Göttern folgten, hast mit Sündern gegessen, hast Gemeinschaft gerade mit den Nichtfrommen gepflegt. Aber du hast sie mit deiner Liebe, Gnade und Annahme beeinflusst – nicht sie dich. Ich bin da doch oft so viel empfindlicher und habe eine löchrigere Grenze um mein Herz, die viel leichter falschen Rat, falschen Einfluss durchlässt und mich so negativ beeinflusst. Achja, meine Grenzen. So oft habe ich das Empfinden, dass das Falsche mich treffen und verletzen darf… hast du da einen Tipp für mich?
Verlangen nach dem Gesetz – dauernd darüber nachdenken und es meditieren – Vers 2. Das ist dein Rat. Übersetzt in das Neue Testament hieße das: Deine Schrift lesen, aber vor allem über das neue Gesetz des neuen Bundes nachsinnen, nicht wahr? Über deine Gnade, die Liebe, die Annahme, die Barmherzigkeit, deine Heiligkeit (und trotzdem Nähe) – vor allem über dich, Jesus, selbst. Deine Gegenwart und Gedanken immer wieder vergegenwärtigen. Wenn DU groß in mir wirst, dann werden meine Grenzen stabiler. Ja, du konntest du dich gut abgrenzen, kanntest dein Maß und deine Ausdehnung, hattest deinen Mittelpunkt beim Papa. Und du wohnst durch den Geist in mir. Großartig! Danke!

Herzensbitte

Vater, ich habe manchmal Angst vor den Schmerzen, die ich empfinde, wenn andere dich verspotten und deine Liebe mißachten. Das tut mir so weh! Und ich denke, dir auch. Gib mir die Kraft und Weisheit, bei den richtigen Menschen dann auch Grenzen zu setzen und notfalls segnend weg zu gehen. Oder richtige Worte nach deinem Herzen zu finden. Ich bin dann so oft sprachlos. Du siehst meine löchrigen Grenzen – kannst du sie flicken und selbst Grenze in mir sein? Du warst und bist frei von Mauern – aber hast gesunde Grenzen mit Öffnungen für die, die dein Herz erreichen sollen und dürfen. Danach sehne ich mich! Lege mir bitte aufs Herz, worüber ich besonders nachdenken soll. Ich wünsche mir so sehr, dass das kein Kopfding wird, sondern meine Gefühle und meinen Körper mit ins Gebet geholt werden. Jesus, du sollst und darfst mich kraftvoll prägen! Verstand, Gefühl, Körper – alles soll dich bewegen und von dir bewegt werden!

Herzenszusage

Mein Kind, ich freue mich, wenn du mich mit deinem ganzen Sein erfahren willst – und anderen weitergeben willst. Ich will auf deine Grenzen achthaben und bitte dich, dass du bei Verletzungen nicht die Mauern hochziehst, sondern die Verletzungen als Signal zum Wachstum verstehst. Wachse in deinen gesunden Grenzen. Heile in deinen alten Wunden. Lass dich von mir beschenken, dass du mehr und mehr geschützt und zentriert bist in mir, deinem Vater! Meine guten Worte dienen dir dazu. Bewege sie solange im Kopf, bis du sie im Herzen spürst. So können sie dich prägen. Grabe tief. Fühle tief. Ich habe dich als ganzen Menschen erlöst. Ich will dich prägen in eine immer größere Freude und Freiheit hinein!

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