Wenn Gott „Die Hütte“ mit einem nachspielt und einen Brief schickt

Gott hat Humor. Und so ganz begreife ich es immer noch nicht. Aber der Reihe nach.

Letzte Woche Freitag haben wir Abends „Die Hütte“ geschaut. Bis auf wenige etwas zu kitschige Szenen eine wunderbare Verfilmung dieses Buchs und ich habe an diversen Stellen Rotz und Wasser geheult. Wer eine Szene nicht kennt – dem sei sie beschrieben:

Mack Philips hat seine Tochter durch ein Gewaltverbrechen verloren und hat harte Mauern um sein Herz gebaut. Ist bitter geworden. Eines Tages befreit er die Gehwege und die Einfahrt seines Hauses von den Schneemassen, als sein Blick in die Briefkastenröhre fällt. In dieser liegt ein Brief: Von Papa. Keine Spuren führen zum Briefkasten. In dem Brief nur die kurze Botschaft an den zweifelnden und mit Gott hadernden Mack: Ich erwarte dich an der Hütte… (sinngemäß). Mack kann es nicht glauben, aber wird es glauben, denn Gott wartet dort auf ihn…

Als ich diese Szene sah dachte ich: Wow – so etwas würde ich gerne einmal erleben. So eine Botschaft von Gott. Plötzlich und unvermittelt und keine Ahnung, wo sie herkommt.

Einen Tag später sind wir nach Leipzig zum Spiel RB Leipzig gegen Gladbach gefahren und am Bahnhof wollten wir den Rucksack ins Schließfach einschließen. Denn Rucksäcke sind nicht erlaubt in Stadien. Ich ging zu den Schließfächern und bei den zig Schließfächern vor mir riss ich eins auf, um mal zu schauen, wie groß denn die kleinsten Fächer sind. Doch das Schließfach offenbarte mir nicht nur seine Größe – innen drin stand auch ein Bilderrahmen mit einer Botschaft. Einfach so. Aufrecht. Hingestellt. Nicht vergessen. Leicht schräg fürs optimale Lesen. Ein zerknautschtes, offensichtlich auf dem Boden gelegenes Papier mit einem Gedicht – eingerahmt in einem Holzbilderrahmen.

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Zufall? Vielleicht. Ich bevorzuge die Variante: Brief von Papa. Und mir war recht schnell klar, was er mir zeigen wollte. „Fange an zu spüren, was ich morgen an dir tun werde, wie ich dich morgen beschenken werde. Ich gebe dir Verheißungen, Versprechen, Zusagen in meiner Liebe – aber rechne auch mit ihnen und du beginnst sie heute schon zu spüren. So können meine Verheißungen, die ich morgen an dir erfülle – heute schon dein Leben verändern.“

Das ist meine Deutung. Deine wäre vielleicht eine andere. Vielleicht war es doch nur ein Bilderrahmen mit einem kleinen abgewetzten Gedicht, der irgendwie zufällig da stand. Im Schließfach in Leipzig. Einem von zig Fächern. Einen Tag nach „der Hütte“. Für mich war es: ein Brief von Papa.

 

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