Gebetszweifel – Ein kleiner Stück Slam-Poetry aus der Vorbereitung für die Predigt nächsten Sonntag…

Manchmal bete ich und ringe und es trifft ein.
Und ein Teil von mir denkt: So würde es wohl auch ohne Gebet gewesen sein.

Manchmal bete ich nicht und es haut doch alles richtig hin.
Und ein Teil von mir denkt: Hat mein Gebet dann irgendeinen Sinn?

Manchmal bete ich und es geschieht nichts und alles kracht
zusammen und ein Teil von mir denkt: Hat denn Gebet irgendeine Macht?

Oder ist alles Fata Morgana und ich rede in leeren Raum.
Reflektiere meine Seele und produziere Buchstabenschaum,
so vergänglich, substanzlos, aber hübsch anzuschauen.

Doch der Geist in mir spricht: Es ist anders, es ist mehr, es ist tiefer als du denkst.
Du weißt nicht, wie du beten kannst, wenn ER es dir nicht schenkt.

Drum lass los, durchbreche die Mauern deiner inneren Orte
die sich gebildet am vermeintlich Unerhörten deiner geflehten Worte
und komm neu, wie ein Kind und verlerne, was sie dir gelehrt.

Ich bin anders und unser Gespräch etwas, das niemals beschwert.
Komm neu auf die Welt des Gebets und lerne staunen und genießen,
dass dort, wo Leere oft auf dich wartete, eigentlich bunte Wälder sprießen.

Lass uns durchs Unterholz streifen und reden.
Das ist Gebet, das ist dein Leben.

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