Jesus, ein jüdischer Religionswissenschaftler und ein Weg aus der Gewalt (Entwurf für Radioandacht MDR)

„DEM zahle ich es heim!! So wie der mich behandelt hat, kann der was erleben! Ich kann das auch!“ Menschlich? Ganz menschlich. Aber wenn jeder das täte, was dann? Wenn jeder nur noch eskaliert und nicht mehr entspannt?

nonviolence-1471559_640.jpgEin Gegenentwurf: Einer der größten jüdischen Gelehrten für Neues Testament war David Flusser, der als Religionswissenschaftler viele Jahre an der Hebräischen Universität von Jerusalem gelehrt hat. Aber nicht jeder war von ihm begeistert. Als einer seiner begabtesten Studenten für ein Gastjahr eine andere Universität besuchte, bekam er vom dortigen Professor eine sehr schlechte Bewertung für seine durchaus gute Leistung. Warum? Nur weil er mit David Flusser in Verbindung gebracht wurde. Einige Zeit später erfolgte nun der Austausch in die andere Richtung. Ein begabter Student des dortigen Professors wurde für ein Gastjahr Schüler von Flusser. Er leistete eher mittelmäßige Arbeit, aber Flusser bestand darauf, ihm dennoch eine Eins als Note zu geben. Sein Assistent konnte es nicht fassen und protestierte: Wie können Sie das tun? Gerade auch, wo der andere Professor so ungerecht geurteilt hat! Flusser antwortete: Gebt dem Studenten trotzdem die Eins! Das habe ich von Jesus gelernt!“

In der Bibel sagt Jesus: „Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.“ „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt sein wollt.“ Warum sollen wir so handeln? Weil Jesus uns Gott genau so zeigt. Großzügig, gütig, vergebend. Können wir so handeln? Also: Ich oft nicht. Ich muss und will das von Jesus lernen.

(Geschichte aus: NT Wright; Luke for everyone, Commentary on Luke, S.73; Bibelstelle: Lukas 6, 27.31; NGÜ)

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