Wasser kannst du nicht atmen – lerne fliegen!

Du suchst Veränderung. Du kämpfst. Ringst. Mit dir und deinem Charakter. Deiner Lieblingssünde. Deine Angewohnheit. Den Wunden der Vergangenheit. Immer wieder neu beginnt dieser Kampf. Ein neuer Anlauf, eine neue Phase der „Besserung“, ein neues Zurückfallen, eine neue Scham, eine neue Traurigkeit. Du zweifelst. An dir. An meiner verändernden Kraft. Am Glauben. Am Weg mit mir, deinem Gott. Du schraubst die Erwartungen herunter. Vielleicht gibst du sogar auf. Wirst hart. Stark. Und die Beziehung zu mir wird zur Routine. Nein, du hast mich nicht aufgegeben mit deinem Mund. Du hast mich aufgegeben als Heiler, als König, als Freund, der nichts lieber tut, als dich hinein zu verwandeln in das, was ich längst in dir sehe…

pexels-photo-733090.jpegDu hörst von anderen, die frei werden. Beziehungsfähig. Froh. Gesegnet. Weniger traurig. Stabiler. Was machen sie was du nicht kannst? Fragst du. Vergleichst. Wirst noch trauriger. Traue deinen Augen nicht. Freue dich mit denen, die es vermeintlich „drauf“ haben. Es ist nicht deine Aufgabe, ihren Weg mit mir zu beurteilen. Aber traue deinen Augen nicht. Es ist ihr Weg. Sie begegnen auch ihrer Dunkelheit, ihrem Verlust, ihrem Zerbruch. Es führt kein anderer Weg auf die grüne, saftige Wiese als durch das dunkle Tal. Du hast mich als Schatz in einem sensiblen, brüchigen Gefäß – und so viele wollen nur den Schatz, aber nicht das brüchige Gefäß sein. Deswegen: Lass andere ihren Weg mit mir gehen und vergleiche nicht. Nur ich schaue in das Herz. Und dein Herz zählt hier gerade.

Meine Sehnsucht für dich ist deine Heilung, deine Freiheit. Vielleicht lachst du jetzt bitter auf. Bist schon so lange mit mir unterwegs und spürst so wenig davon. Darf ich dich hinein führen in das Geheimnis der Verwandlung? Sie geschieht wie nebenher. Mit Leichtigkeit. Das kannst du noch nicht glauben, doch es ist so. Du kämpfst um Veränderung, weil du immer noch im falschen Medium lebst. Du warst wie ein Fisch, hast Wasser geatmet, bist im Wasser geschwommen. Fische können sich nur wenige Sekunden von dem merken, was sie wahrnehmen. Deswegen ist für einen Fisch selbst ein Aquarium immer wieder neu. Ein Fisch vergisst, was er sah, und er vergisst, worin er schwimmt und atmet. In Wasser.

Als ich dich in meine Gemeinschaft gezogen und geliebt habe, warst du wie ein Fisch und ich habe dich mit Flügeln zum Fliegen ausgestattet. Habe dir Lungen geschenkt zum Durchatmen, Aufatmen, tief einatmen. Federn, die dich tragen, schützen, dir Leichtigkeit verleihen. Doch du kennst nur das Wasser. Immer wieder atmest du Wasser ein und versuchst zu schwimmen. So kennst du es. Doch du bist nicht mehr für das Medium Wasser geschaffen. Eines Tages wirst du auch unter Wasser atmen können. Aber vorher sollst du fliegen lernen. Atmen lernen. Gleiten. Eleganz. Schönheit.

Wenn du Veränderung suchst, wie sie diese Welt verspricht, mit den Methoden dieser Welt, mit den Paradigmen dieser Welt, dann wird sie nicht gelingen. Vielleicht wird deine Disziplin den einen oder anderen Fortschritt bringen, aber das ist nicht die Veränderung eines Adlers. Es ist die mühsame Veränderung eines Lachses, der sich die Stromschnellen des Flusses nach oben windet. Und er wird oben angekommen sterben. Ich wünsche mir sehr, dass du heute dieses eine in dein Herz aufnimmst und einige Tage dort wirken lässt. Ich habe eine andere Verwandlung für dich. Eine Verwandlung ohne Vergleichen, ohne Leistung, ohne Zwang und Ablehnung, ohne Scham und Wertung. Eine Verwandlung der Freiheit, der Leichtigkeit, der Gnade. Du sollst fliegen. Erhebe dich vom Wasser und hinterfrage nicht dich und deine fehlende Veränderung. Hinterfrage, worin du dich bewegst und was du atmest. Schau nach oben. Siehst du den Himmel? Nur einen Zentimeter entfernt? Dort geht es los. Schon bald.

(wird fortgesetzt)

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