Zeit heilt keine Wunden… (Andacht für den Gemeindebrief der FeG Gera)

Es war eine Hammernachricht am 3. Juli diesen Jahres, die mir meinen Mund beim Frühstück einige Zeit offen stehen ließ: Waldbrand in Altenburger Land. Was in diesem trockenen und heißen Sommer daran Hammer sein soll? Nun: Ausgelöst wurden die Brände wohl durch Feuer, die bereits seit 1945 in einem Kohleflöz unterirdisch schwelten. Damals gab es noch Köhler, die dort im Forst in Kohlenmeilern Holzkohle herstellten. Die Kohlenmeiler wurden 1945 stillgelegt. Also vor über 70 Jahren. Seitdem hatten sich Glutnester unter den Meilern konstant gehalten und waren wegen der extremen Trockenheit in den Sommerwochen an die Oberfläche gelangt und hatten dort zu Feuern geführt. 70 Jahre. Unterirdisch. Keine ahnte etwas und plötzlich waren sie da. Die Feuerwehr konnte die Brände schnell unter Kontrolle bringen – aber was für eine Geschichte!

Kohlenmeiler_Hagen_2004Ähnlich funktionieren wir Menschen auch. Wir legen so manche Geschichte unseres Lebens zu den Akten. Durch Trennung, Umzug, nicht mehr dran denken, verdrängen. Aber gut getarnt unter der Oberfläche, schwelt das Feuer der Verletzung weiter. Zeit heilt keine Wunden. Dass sie das angeblich tun soll – ist eines der falschesten Sprichwörter der deutschen Sprache. Zeit lässt Wunden eitern, vernarben und macht bitter. Irgendwann bricht die Wunde auf. Ein Auslöser und alles kommt wieder hoch. Und wer löscht dann? Hoffentlich haben wir gute Freunde zum reden und: Es lohnt sich, mit Gott darüber ins Gespräch zu kommen. Einen Raum dafür zu schaffen, dass wir untereinander und mit Gott (auch) über diese versteckten Glutnester unseres Leben reden können – das ist ein tiefer Sinn von Gemeinde! Dafür beten und arbeiten wir auch als FeG Gera gemeinsam, eine Herausforderung mit Ewigkeitswert!

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