Wenn Schuld uns kraftlos macht (und Wege heraus)

Herr, du weißt, wonach ich mich sehne, mein Seufzen bleibt dir nicht verborgen. (Psalm 38,10; NGÜ)

Psalm 38 ist in der Neuen Genfer Übersetzung überschrieben mit „Ich bin am Ende meiner Kraft“. Das kann jeder von uns gut nachvollziehen. Doch der Grund ist bei David seine eigene Schuld. Diese Schuld brennt in seinem Körper, entzieht den Gliedmaßen Kraft, lässt ihn schlecht schlafen. Schuld ist eben keine rein seelische „Angelegenheit“ – Schuld schwächt und kränkt nicht nur andere Menschen, sondern auch unseren Körper. Manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. Wir werden krank.

caleb-woods-182648-unsplash.jpgNun stehen wir nach Ostern an einer ganz anderen Stelle. Es sind längst alle Schulden am Kreuz getragen und beseitigt. Warum erleben wir dann immer noch, dass wir am Ende der Kraft sind? Manchmal legen wir uns selbst ein neues Gesetz auf. Was wir alles sein, können, leisten, darstellen müssen. Wir versklaven uns unter ein menschliches Gesetz. Idealbilder sind das. Und sie wechseln auch noch ständig mit jeder neuen gesellschaftlichen Strömung. Hier hilft nur ein radikaler „Exorzismus“: Raus damit! Du bist wie du bist und du bist wertvoll. Sagt Gott. Wohin du dich entwickeln sollst, das weiß alleine Gott und es ist seine Sache!

Ein anderer Grund für Kraftlosigkeit kann sein, dass wir im Herzen nicht begriffen haben, dass längst alle Schuld vergeben ist und uns nichts vom Vaterherzen trennen kann. Unser Kreuz ist zu klein und zu schwach. Wir sind schuldig geworden und meinen, nun etwas leisten zu müssen, damit alles wieder gut wird. Zumindest doch Zerknirschung und Scham müssen doch sein?! Nein! Damit nehmen wir das Kreuz nicht ernst genug. Natürlich kann Schuld bei den Menschen, an denen wir schuldig geworden sind, nach Wiedergutmachung rufen. Vor Gott aber ändert sich nichts. Er hat nichts davon, wenn wir uns für etwas martern, was am Marterpfahl des Kreuzes längst geschehen ist. Es gab ein Opfer für unsere Freiheit – und wir sind es nicht!

Egal, was der Grund ist: Begeben wir uns immer wieder neu in Gottes heilsame Gegenwart. Er freut sich, dich zu sehen. Unbändig. Egal wann. Egal, was du getan hast.

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