Der Tag, als Queen Elizabeth übersehen wurde…

queen.jpgQueen Elizabeth die ist trotz oder vielleicht sogar wegen ihres Alters für ihren typisch englischen Humor bekannt – von dem vor kurzem amerikanische Touristen aufs Glatteis geführt wurden. Die Queen war wie immer mit Police-Officer Richard Griffin unterwegs, der sie zum Schutz in Zivil auf ihrem Spaziergang durch den Garten von Balmoral Castle in Schottland begleitete – wie immer seit fast 30 Jahren. Wie üblich war die Königin dabei gar nicht sehr königlich angezogen: Schlichte Kleidung, ein Kopftuch umgebunden – fertig. Die amerikanischen Touristen sprachen sie an und fragten sie, ob sie in der Gegend wohnen würde. Die Queen antwortete, dass sie in einem Haus in der Nähe wohne. Die Gruppe fragte weiter: Haben Sie jemals die Queen aus der Nähe gesehen? Die Queen schmunzelte, wandte sich zum Policeofficer und antwortete: Nein, ich nicht – aber dieser Polizist hat sie sicher schon gesehen! Nach ein paar kurzen weiteren Worten trennten sich beide Gruppen – und die Queen blieb unerkannt.

Mir scheint, als wenn es vielen Menschen mit Gott auch so geht – manchen leider ein Leben lang. Er ist dicht bei Ihnen, aber sie erkennen ihn nicht. Er drängt sich nicht auf. Er trägt kein Schild um den Hals mit der Aufschrift GOTT. Er schreit nicht herum und preist sich an. Er könnte das tun. Er könnte die Liebe der Menschen in seiner Macht erzwingen – aber dann wäre es keine Liebe mehr und so beschränkt er seine Macht. Aus Liebe zu uns.

Aber er verweist auf seine Begleiter. Sie haben ihn doch bestimmt gesehen und erlebt – ich bin einer dieser Begleiter. Und du auch, wenn du an diesen Gott glaubst. So werden wir zu Hinweisern. Die genau diesen Gott weiter geben sollen. Deswegen passt Gewalt, Verurteilung, Lautsein und Machtgehabe auch nicht zur Weitergabe des Glaubens. Weil Gott selbst so nicht ist… wären wir also so anders… dann würde er vermutlich sagen:

„Ihr habt nicht mich gesehen und weiter gegeben, sondern das, was ihr sehen wolltet. Aber so bin ich nicht. Berichtet also zart und werbend von mir. Ich bin es auch. Berichtet wild und voller Leidenschaft von mir. Ich bin es auch. Gebt dem Anderen Raum und Luft zum Atmen. Ich tu das auch. Seid Wegweiser, keine Überredenskünstler. Das Reich Gottes besteht nicht aus Macht und Gewalt, nicht aus Lautem und Aufdringlichen, nicht aus Argumenten, die vermeintlich besser sind – sondern aus zarter, wilder, sanfter, gewaltiger Liebe, die uns in die Beziehung zu dem ziehen will, der all das geschaffen hat. Davon seid Zeugen.“

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