Schlaflosigkeit (Entwurf für Gedanken zur Nacht im MDR)

Kennst du das? Man kann einfach nicht einschlafen und dabei würde man so gerne. Morgen ist ein anstrengender Tag, aber es geht und geht einfach nicht! Nicht einschlafen können ist eine Qual für die, die das regelmäßig erleiden und gleichzeitig eine Faszination. Denn es macht klar: Einschlafen können wir nicht machen! Natürlich kann man mit Medikamenten nachhelfen – aber auf natürlich Weise kann man einschlafen nicht wollen und machen… es geschieht – oder eben nicht. Genauso wenig kann man aufwachen beschließen. Weswegen wir einen Wecker brauchen, der uns von außen anblafft: Raus aus den Federn! Wir sind im Schlaf relativ hilflos und wann unser Körper entscheidet, aufzuwachen – keine Ahnung.

Was mich daran so fasziniert? Nun – wir haben so vieles im Griff, können so vieles planen, beschließen, durchführen – aber einschlafen, aufwachen, atmen, träumen – das alles entzieht sich unserem Zugriff. Luthers Abendsegen sagt deshalb: „Du, himmlischer Vater, mögest mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.“ Naja – so flugs geht es eben nicht immer, aber es geht leichter, wenn du weißt, dass du behütet wirst. Dass du deine Sorgen und Gedanken abgeben kannst an einen liebenden Vater. Und dass dieser wacht, wo du loslassen musst (und darfst). Flugs einschlafen – das geht leichter mit Gott. Versuch es doch einmal.