Kreuzweg (1): Die Hände in Unschuld waschen

(Die Bilder dieses Kreuzwegs habe ich an der Mosel gemacht. Dort findet sich ein wie ich finde sehr beeindruckender Kreuzweg auf Bronzetafeln in Kröv – ich werde ihn etwas entlanggehen und ein paar Gedanken dazu niederschreiben)

Pontius Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Er verschließt die Augen, während Jesus offen schaut. Pilatus kennt die Wahrheit, er findet keine Schuld an Jesus, zumindest nicht die Schuld aus den Anklagen der Schriftgelehrten und des Volkes. Aber er fürchtet das Volk, er fürchtet „schlechte Presse“, fürchtet Machtverlust, Unruhe. Und nimmt sich selbst heraus. Sollen andere richten. Ich bin raus.

Jesus wird in diesem ersten Bild des Kreuzwegs zu einem Leidenden, der sich mit allen identifiziert, denen es ähnlich geht – und die gehen sicher in die Millionen. All die, die von den Machthabern, Leitern, Politikern, Diktatoren – einfach von allen, die Macht haben – allein gelassen und verraten, vielleicht sogar ausgeliefert und getötet wurden. Gerade deswegen – weil es unserem Herrn so ergangen ist – ist es Christenpflicht, einzutreten für die Wahrheit von Menschen, auch wenn sie unangenehm ist. Auch wenn sie nicht „passt“. Sei es dadurch, dass eine Meinung nicht erwünscht ist, oder eine Hautfarbe nicht stimmt, oder das Geschlecht… oder oder oder. Wer sich in Christus sicher und geborgen weiß, muss unabhängig von sonstigen Einflüssen eintreten für die Wahrheit von Menschen und darf gleichzeitig wissen, dass er (oder sie) in der eigenen Verlassenheit niemals alleine ist. Christus leidet mit und ist tief verbunden in der Ungerechtigkeit, im Ausgeliefertsein.